«Neue» Dätwyler mit deutlich höherer Marge.

Ad-hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 KR SIX Swiss Exchange | February 6, 2020

Dätwyler fokussiert in Zukunft auf das bisherige Sealing-Geschäft und verkauft die Distributionsunternehmen Distrelec und Nedis. Der Nettoumsatz des fortgeführten Geschäfts ist 2019 auf CHF 1‘088.5 Mio. gestiegen, was währungsbereinigt einem Wachstum von 5% entspricht. In einem schwierigen Marktumfeld hat das fortgeführte Geschäft dank frühzeitigen Effizienzsteigerungsprogrammen einen bereinigten EBIT von CHF 168.7 Mio. und eine bereinigte EBIT-Marge von 15.5% erwirtschaftet. Wertberichtigungen und Einmalkosten aus dem Verkauf der Distributionsunternehmen resultierten in einem ausgewiesenen Nettoergebnis von CHF -86.6 Mio. Der Generalversammlung wird eine gehaltene Bardividende von CHF 3.00 pro Inhaberaktie beantragt.

Mit dem angekündigten Verkauf der Distributionsunternehmen Distrelec und Nedis fokussiert Dätwyler neu auf das bisherige wachstums- und margenstarke Sealing-Geschäft. Im Berichtsjahr war das Unternehmen mit einer nachlassenden Konjunkturdynamik und entsprechend schwierigen Märkten konfrontiert. Der Handelsstreit zwischen den USA und China führte insbesondere in der Automobilindustrie zu einem Abbau von Lagerbeständen und einer rückläufigen Nachfrage, welche je nach Weltregion unterschiedlich ausgeprägt war. Dank der guten strategischen Positionierung in wenig zyklischen Märkten sowie positiven Akquisitionseffekten vermochte Dätwyler den Nettoumsatz des fortgeführten Geschäfts (Konzernbereich Sealing Solutions und Reichelt) auf CHF 1‘088.5 Mio. zu steigern (Vorjahr CHF 1‘060.9 Mio.). Währungsbereinigt entspricht dies einem Wachstum von 5.0%. Die Integration der 2018 akquirierten Parco und Bins verläuft nach Plan und hat bereits Mehrwert geschaffen. Bereinigt um diese beiden Akquisitionen resultierte beim fortgeführten Geschäft ein leichter Umsatzrückgang von 0.6%. Inklusive der Distributionsunternehmen Distrelec und Nedis hat Dätwyler einen nahezu gehaltenen Nettoumsatz von CHF 1‘360.8 Mio. (Vorjahr CHF 1‘361.6 Mio.) erzielt.

Der Fokus auf hochwertige, systemkritische Komponenten in Verbindung mit “Operational Excellence“ und verstärkter Kundenorientierung wird kontinuierlich unser Wachstum antreiben. Mit den schon getätigten Investitionen und Akquisitionen sind wir bestens positioniert. Unser Ziel ist es, das durchschnittliche Wachstum in unseren Zielmärkten zu übertreffen.

Dirk Lambrecht

CEO

Rückblick Gruppe

Der angekündigte Verkauf der Distributionsunternehmen Distrelec und Nedis führte in der Jahresrechnung 2019 zu Wertberichtigungen auf Vermögenswerten sowie Einmalkosten für die Umstrukturierung des Konzerns von CHF 190.0 Mio. Dazu kamen Anlaufkosten für das neue Healthcare-Werk in den USA von CHF 9.2 Mio. Insgesamt resultierte durch die negativen Sondereffekte im Berichtsjahr ein ausgewiesenes Betriebsergebnis (EBIT) von CHF -40.3 Mio. und ein ausgewiesenes Nettoergebnis von CHF -86.6 Mio. Auf operativer Ebene hat Dätwyler allerdings trotz schwierigem Umfeld auch im Berichtsjahr wieder solide Gewinnzahlen erreicht. Dank frühzeitigen Effizienzsteigerungsprogrammen hat das fortgeführte Geschäft einen bereinigten EBIT von CHF 168.7 Mio. (Vorjahr CHF 183.5 Mio.) und eine bereinigte EBIT-Marge von 15.5% (Vorjahr 17.3%) erwirtschaftet. Die Abnahme im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich weitgehend aus dem konjunkturell bedingten Nachfragerückgang nach Automotivekomponenten und höheren Abschreibungen. Das bereinigte Nettoergebnis des fortgeführten Geschäfts belief sich auf CHF 129.7 Mio. (Vorjahr CHF 140.2 Mio.). Die Vorjahreswerte geben einen Eindruck vom Potenzial der „neuen“ Dätwyler in einem normalen Marktumfeld. Das Investitionsprogramm zum Ausbau der Produktionskapazitäten steht kurz vor Abschluss und entsprechend sind die Investitionen im Berichtsjahr wie geplant auf CHF 104.6 Mio. zurückgegangen (Vorjahr CHF 138.0 Mio.). Angesichts der soliden Ertragskraft und der vielversprechenden Perspektiven beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine gehaltene Bardividende von CHF 3.00 pro Inhaberaktie und von CHF 0.60 pro Namenaktie. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 43.1% des bereinigten Nettoergebnisses der bisherigen Dätwyler Gruppe.

Rückblick Konzernbereiche

Technical Components: Fortgeführte Reichelt mit profitablem Wachstum.

Im Konzernbereich Technical Components haben sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen in den bearbeiteten europäischen Märkten im Verlauf des Berichtsjahrs kontinuierlich verschlechtert, wie die stark gesunkenen Einkaufsmanagerindizes belegen. In diesem schwierigen Umfeld erwirtschafteten die Dätwyler Distributionsunternehmen einen Umsatz von CHF 445.2 Mio. (Vorjahr CHF 470.5 Mio.). Bereinigt um die negativen Währungseffekte entspricht dies einem organischen Rückgang von 1.9%. Reichelt hat die internationale Expansion weiter erfolgreich vorangetrieben und ist in einem schwierigen Umfeld profitabel gewachsen. Dank konsequenter Kostendisziplin belief sich die bereinigte EBIT-Marge auf 3.0% (Vorjahr 4.2%). Der Vollzug des Verkaufs von Distrelec und Nedis ist vorbehältlich der Erfüllung üblicher Vollzugsbedingungen unverändert im ersten Quartal 2020 vorgesehen.

Sealing Solutions mit währungsbereinigtem Umsatzwachstum trotz schwierigem Automobilmarkt.


Trotz schwierigem Umfeld im Automobilmarkt hat der Konzernbereich Sealing Solutions den Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr auf CHF 915.6 Mio. (Vorjahr CHF 891.1 Mio.) gesteigert. Währungsbereinigt entspricht dies einem Wachstum von 4.8%. Akquisitionsbereinigt ging der Umsatz um 1.8% zurück. Mit einem frühzeitigen Kostensenkungsprogramm hat der Konzernbereich Sealing Solutions die Kosten gezielt reduziert, ohne seine Wettbewerbsfähigkeit zu beeinträchtigen. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf CHF 150.6 Mio. (Vorjahr CHF 162.3 Mio.), was einer bereinigten EBIT-Marge von 16.4% entspricht (Vorjahr 18.2%). Die negativen Sondereffekte von CHF 26.4 Mio. umfassen Einmalkosten für die Umstrukturierung des Konzerns (vorwiegend Rückstellungen für mögliche vertragliche IT-Verpflichtungen durch die Devestition des Distributionsgeschäfts) sowie Anlaufkosten für das neue Healthcare-Werk in den USA. Der ausgewiesene EBIT ging auf CHF 124.2 Mio. zurück (Vorjahr CHF 155.5 Mio.).

Strategische Themen

Anerkannte Kernkompetenzen als Basis für profitables Wachstum.

Basis der starken Marktpositionen im bisherigen Sealing-Geschäft bilden die anerkannten Kernkompetenzen in Lösungsdesign, Material-Know-how und in Operational Excellence. Mit der angekündigten Reorganisation will Dätwyler ihre Stärken und ihre jahrzehntelange Erfahrung den Kunden noch besser und nutzenstiftender verfügbar machen. Mit dem technologischen Fortschritt werden die Systeme der global agierenden Kunden immer leistungsfähiger, aber auch komplexer. Dadurch rücken die Dätwyler Kernkompetenzen mehr und mehr in den Fokus der Kunden und werden als wertoptimierend erkannt. Dies führt in verschiedensten Industrien zu einer steigenden Nachfrage nach hochwertigen, systemkritischen Komponenten, welche nicht mehr nur dichten, sondern eine Vielzahl von Funktionen übernehmen. Mit der Kombination der Kernkompetenzen ist Dätwyler zudem in der Lage, ihre Kunden als Entwicklungspartner von der Designstudie über die Prototypenphase bis hin zur globalen Produktion von Milliarden von Teilen mit Null-Fehler-Philosophie während dem ganzen Produktlebenszyklus zu begleiten. Bewiesen hat Dätwyler dies beispielsweise mit der erfolgreichen Partnerschaft mit Nespresso. Mit FirstLine für Healthcare-Komponenten sowie Lean&Clean für Automotive-Komponenten verfügt das Unternehmen über branchenführende Produktionsstandards.

Strukturelle Wachstumstrends in bestehenden und neuen Märkten.

Megatrends, wie die rasante Entwicklung des Lebensstandards in den Schwellenländern oder der technologische Fortschritt, halten das Wachstum in den bearbeiteten Märkten hoch. Im Healthcare Markt begünstigen weitere strukturelle Wachstumstrends wie die alternde Gesellschaft in den Industriestaaten, die Zunahme von chronischen Krankheiten wie Diabetes und die Verbreitung von injizierbaren Arzneimitteln die Nachfrage. Im Mobility Markt sind es die zunehmenden Abgasnormen, die Elektrifizierung der Fahrzeuge und das autonome Fahren, welche neue Möglichkeiten eröffnen. Hier arbeitet das Unternehmen an Projekten in den Bereichen Dichtungen für Sensoren, Hochspannungssteckverbindungen sowie Gehäusen für die Stromverteilung. Neben dem Ausbau des Kerngeschäfts arbeitet Dätwyler auch an Innovationen, um das langfristige organische Wachstum zu beschleunigen. Stichworte dazu sind Smart-Rubber und weiche Trockenelektroden, die interessante neue Anwendungen in den Bereichen Digital-Health, Diagnostik, Wearables sowie Fahrer-Fahrzeug-Schnittstelle und Digitalisierung in Fahrzeugen ermöglichen. All diesen Innovationen ist gemeinsam, dass Dätwyler ihre einzigartigen Kernkompetenzen in Lösungsdesign, Material-Know-how und in Operational Excellence nutzt, um neue systemkritische Anwendungen für bestehende oder neue Marktsegmente zu entwickeln.

Ausblick

Kurzfristige Unsicherheiten. Vielversprechende mittelfristige Perspektiven.

Durch die politischen, konjunkturellen und währungsbedingten Unsicherheiten haben die kurzfristigen Herausforderungen in den bearbeiteten Märkten zugenommen, was die Prognose für 2020 erschwert. So ist zum Beispiel im Automotive Markt für die kommenden Monate keine wirkliche Trendwende erkennbar. Mit den starken Marktpositionen, neuen Produktlinien, dem gezielten Ressourceneinsatz, den laufenden Effizienzsteigerungsprogrammen und den eingeschlagenen strategischen Stossrichtungen ist Dätwyler für die Herausforderungen der Zukunft aber gut positioniert und strebt ein profitables Wachstum über dem Durchschnitt der bearbeiteten Märkte an. Mit dem Healthcare- und dem Nespresso-Geschäft erwirtschaftet das Unternehmen mehr als die Hälfte des Umsatzes des zukünftigen Kerngeschäfts in wenig zyklischen Märkten, welche stabil wachsen. Die Inbetriebnahme der geschaffenen Healthcare-Produktionskapazitäten mit neusten Industrie-4.0-Technologien in den USA, Europa und Indien wird sich in den kommenden Jahren positiv in Umsatz und Marge widerspiegeln. Der verbleibende Online-Distributor Reichelt ist mit seinem attraktiven Preis-Leistungsversprechen und seiner tiefen Kostenbasis gut aufgestellt, um auch in einem schwierigen Marktumfeld zu bestehen. Für den Verkauf von Reichelt nimmt sich Dätwyler Zeit, zur Wertoptimierung weitere Optionen zu prüfen. Für 2020 strebt Dätwyler für das fortgeführte Geschäft (inklusive Reichelt) ein Umsatzwachstum von 2% bis 5% und eine EBIT-Marge von über 15% an. In der Jahresrechnung 2020 wird durch die Dekonsolidierung der Distrelec und Nedis Gesellschaften ein nicht liquiditätswirksamer Verlust von CHF 415.3 Mio. aus der Goodwill-Ausbuchung und von CHF 53.4 Mio. (Stand Ende 2019) aus der Realisierung der kumulierten Währungsumrechnungsdifferenzen der veräusserten ausländischen Gesellschaften anfallen. Diese beiden Positionen werden die flüssigen Mittel und das Eigenkapital nicht verringern.

Downloads

Weitere Downloads finden Sie unter Investoren Publikationen.

  

Auskunft

Guido Unternährer

VP Financial Communication & Investor Relations


Alternative Leistungskennzahlen

Die Dätwyler Gruppe verwendet gewisse finanzielle Kennzahlen einschliesslich bereinigter Werte, die nach Swiss GAAP FER nicht definiert sind. Die Definitionen dieser alternativen Kennzahlen und Bereinigungen sind unter folgendem Weblink abrufbar: Investoren Publikationen
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Haftungsausschluss Finanzinformationen

Der Finanzberichte, Präsentationen und Medienmitteilungen enthalten vorausschauende Aussagen. Diese widerspiegeln die aktuelle Einschätzung des Konzerns bezüglich Marktbedingungen, Konjunkturentwicklung und zukünftiger Ereignisse. Die vorausschauenden Aussagen sind aber wirtschaftlichen, regulatorischen und politischen Risiken, Unsicherheiten, Einflussfaktoren und Annahmen unterworfen, auf welche Dätwyler keinen Einfluss hat. Unvorhersehbare Ereignisse können daher zu einer wesentlichen Abweichung der tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse von den in diesen Dokumenten gemachten Voraussagen und publizierten Informationen führen. Insoweit sind sämtliche in diesen Dokumenten enthaltenen vorausschauenden Aussagen mit diesem Vorbehalt versehen und Dätwyler kann keine Garantien abgeben, dass sie auch tatsächlich eintreffen werden. Dätwyler ist nicht verpflichtet, und übernimmt keinerlei Haftung dafür, solche vorausschauenden Aussagen zu aktualisieren. Diese Dokumente sind weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Dätwyler Wertpapieren.
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